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Beitrag17.09.2009 um 16:42 (UTC)    
Titel: Zivilcourage

Zivilcourage
In den Medien wird ja zur Zeit über Dominik Brunner berichtet.
Der Unternehmer hatte sich schützend vor 4 Kinder gestellt und
wurde daraufhin von Zwei 17 und 18 Jahren alten Männern, totgeschlagen.
Ca. 15 Personen standen tatenlos herum ohne einzugreifen.

Ich finde, Zivilcourage ist ein Thema, über das man vielleicht mal diskutieren könnte.
Zitat:
Mut auf dem Schlachtfelde ist bei uns Gemeingut, aber Sie werden nicht selten finden, dass es ganz achtbaren Leuten an Zivilcourage fehlt“ (zitiert nach v. Keudell, 1901).

Was genau ist eigentlich Zivilcourage.
Es würde hier im Forum sicherlich den Rahmen sprengen um genau zu definieren was das überhaupt ist. (mal googlen)
Mal kurz gesagt:
Zivilcourage heißt nicht nur in bedrohlichen Situationen beherzt einzugreifen. Sie fängt schon viel früher an.
Zivilcourage ist:
Du etwas nicht gerecht oder falsch findest,
du etwas dagegen tun willst und dies vor anderen (öffentlich) tun musst,
du dabei im Nachteil oder unterlegen bist und der Erfolg deines Einsatzes eher unsicher
ist und du mehr Nachteile als Vorteile erwartest.

Da ich diesen Thread eröffnet habe fange ich auch mal an.
Vor einigen Jahren wurde ich mit einem Messer massiv bedroht, geschlagen und bespuckt.
Natürlich hat keiner geholfen.
Ein jugendlicher hat den Vorfall beobachtet und sprach mich später an. Er bot sich als Zeuge an.
Hochachtung !!! Die Polizei wurde gerufen und der Täter ausfindig gemacht. Die Polizei sah es so,
das es eine Sache für den Schiedsmann wäre. Natürlich zeigte ich den guten Mann an und es
kam zur Verhandlung. Diese Person war mehrfach, einschlägig vorbestraft. Förderung der Prostitution,
Drogenhandel, Körperverletzung, Sachbeschädigung und anderes. Mein Zeuge wurde gehört und
es erging ein Urteil. Tatbestand war: Körperverletzung, Nötigung, Bedrohung, Verstoß gegen
die Menschenwürde. Geldstrafe: ich glaube es waren 1800 DM.
Der Fall war noch nicht erledigt. Er legte Widerspruch ein.
Er setzte mich und den Zeugen unter Druck, so dass mein Zeuge auf einmal Schwierigkeiten hatte
sich zu erinnern. Freispruch!!!
Besagter Jugendlicher wird mit Sicherheit keine Zivilcourage mehr an den Tag legen.
Verständlicherweise!

Ein anderer Fall:
Man sieht etwas, was ein sofortiges Eingreifen erfordert. Man entschließt sich also tätig zu werden.
Dabei passiert es, dass der Helfende, den Aggressor verletzt. (z.B er stürzt und verletzt sich). Es kann durchaus passieren, dass der Helfende auf einmal zum Sündenbock wird. Dann heißt es, man habe sich beim eingreifen nicht angemessen verhalten. Auch das sind eigene Erfahrungswerte.
Ich für meinen Teil werde nur noch eingreifen wenn Kinder mit im Spiel sind.
So habe ich mir das jedenfalls vorgenommen. Ob ich letztendlich wirklich wegschauen kann, weiß ich nicht.
Beitrag17.09.2009 um 16:45 (UTC)    
Titel:

ich gedenke dem Mann der durch Zivilcourage den Tod bekommen hat!
Beitrag17.09.2009 um 17:04 (UTC)    
Titel:

Also ich hoffe wirklich, dass ich niemals in eine solche Situation gerate. Denn ich möchte nicht entscheiden, ob ich mich nun dazwischenstelle oder ganz genau zuschaue und dann als Zeuge aussage. Wenn man in einer Gruppe unterwegs ist, fällt diese entscheidung sicherlich leichter.

Ich frag mich ja immer: Warum? Warum wird man verprügeölt, wenn man jemandem helfen will? Hat das was mit der Ehre des Schlägers zu tun? Oder weil einem nichts besseres einfällt?

Klar ist, dass sowas immermal wieder vorkommen wird. Aber kann man das nicht auch irgendwie verhindern? Kameras bringen ja nicht soviel, aber vielleicht Sicherheitspersonal.
Es gibt ja sicherheitspersonal, aber zu wenig oder es ist zu langsam.

Beispiel: Irgendwann wurden in meiner Region einige Polizeiwachen zusammengeschlossen. Der Gedanke dahintwer war, eine bessere Koordinierung der einsatzkräfte. Ein Schuss, der nach hinten los ging! Die Polizei brauch nun fast doppelt so lange zum Einsatzort und die Einsätze werden nach Dringlichkeit abgearbeitet. Streifenwagen sieht man in abgelegeneren Ecken oder an u-Bahnhöfen so gut wie garnicht mehr.

Wenn dann doch Personal da ist, kann es ja auch sein, dass es nicht eingreift.

Noch ein Bespiel (war gestern in Stern TV): In Dortmund und im restlichen Ruhrgebiet gibt es Nachtbusse (Nacht Express), die ab HBF Sternförmig in die Restliche Stadt fahren. In einem solcjhen Nachtbuss fahren auch immer zwei Sicherheitsbeamte mit (2 Sicherheitsbeamte + Fahrer).
Ein Mann im Buss bemerkt, dass zwei Jungs ein Mädchen "anmachen". Er geht dazwischen und die Jungen lassen ab. Als der Mann aussteigt, geht er vor dem Bus über die Ampel und bekommt einige Tritte und schläge verpasst. Wohl gemerkt: Das ganze spielt sich vor einem Vollbesezten bus ab! Keiner der 70 Fahrgäste oder die "Sicherheitsbeamten" trauen sich einzugreifen. - Der Mann hats überlebt.
______________

Beitrag17.09.2009 um 17:08 (UTC)    
Titel:

So etwas ähnliches (ist aber im Gegensatz dazu nichts) fängt ja schon in der Schule an:

Ein Schüler wird gemobbt und keiner hilft, oft sogar weil er/sie dann selber gemobbt wird.
______________
Gruß,
Noah
Beitrag17.09.2009 um 17:11 (UTC)    
Titel:

Ich finde sowas unglaublich Mutig von dem Mann..Eigentlich ist es eine Aufgabe jedes Menschen , aber leider ist das nicht allen klar.

in der Schule haben wir immoment ein Radioprojekt und beschäftigen uns mit dem angeblich so "assozialem" Stadtteil Chorweiler. Da war heute der Bezirkspolizist und hat uns paar Fragen beantwortet.
Nebenbei erzählte er , über ein Vorfall im April der allen Leuten in dieser Gegend bekannt ist.

Im April drehten Rapper in Chorweiler ein neues Musikvideo und es waren ca 500 Menschen auf dem Pariser Platz.
Als einer dieser Menschen dem rapper seine Meinung mitteilte , wurde er erst Brutal veprügelt und dann mit dem Messer verletzt...Ihm fehlt ein Finger! Hat aber überlebt.
Dann der eigentlich wichtige Punkt für dieses Thema... 500 Menschen könnten jetzt eigentlich eine Strafanzeige wegen Unterlassener Hilfeleistung kassieren..

Und eigentlich hat dieser Unternehmer in dem ersten Fall nur Hilfe geleistet.
Hätte er das nicht getan , könnte auch er eine Anzeige kriegen !
Einigen Menschen hier ist nicht bewusst , dass sie helfen müssen.
Erstens weil es vernünftig ist und was mit Zivilcourage zutun hat und 2. kann man dafür eine Strafe kassieren. Ich finde , was der Mann getan hat war keine Heldentat ... Aber das er dafür sein leben gegeben hat , dass war eine Heldentat...

Ende der Rede ;P
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